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Bilanzoptimierung durch NPL-Verkäufe: Ein strategischer Leitfaden

Notleidende Kredite belasten die Bilanz und erschweren das Wachstum. Banken können durch den gezielten Verkauf von NPLs Kapital freisetzen, Risiken minimieren und regulatorische Vorgaben erfüllen. Erfahren Sie, warum der Forderungsverkauf ein entscheidender Hebel für finanzielle Stabilität ist.

März 18, 2025
Frau, die durch ein Fenster nach draußen schaut.

Unsichere Zukunft

Die Finanzwelt ist geprägt von Unsicherheit, regulatorischem Druck und der ständigen Herausforderung, Kapital effizient einzusetzen. Banken stehen dabei vor der Aufgabe, die Stabilität ihres Unternehmens zu gewährleisten und gleichzeitig Risiken zu minimieren.

Notleidende Kredite (Non-performing Loans, NPLs) binden erhebliche Ressourcen, erhöhen das Risikoprofil und belasten die Bilanz. Ein strategisch geplanter NPL-Verkauf kann hierbei ein entscheidender Hebel sein. Er verbessert die Bilanzstruktur, reduziert operative Belastungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.

Wie NPLs die Finanzstrategie beeinflussen

  • Kapitalbindung: NPLs sind „totes Kapital“ – sie bringen keine Erträge, müssen aber bilanziell berücksichtigt werden.
  • Regulatorische Anforderungen: Basel III und IFRS 9 erhöhen den Druck, risikobehaftete Aktiva zu minimieren.
  • Operative Kosten: NPL-Management bindet Ressourcen und verursacht hohe Kosten für Personal, IT und Beibringung.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Banken mit einer starken Liquiditätsposition können schneller und flexibler auf Marktchancen reagieren.

Ein strategisch durchdachter Forderungsverkauf ist daher weit mehr als eine Notlösung – er ist ein Instrument zur gezielten Bilanzsteuerung und Liquiditätsoptimierung.

Die finanziellen Auswirkungen von NPLs auf die Unternehmensbilanz

NPLs belasten die Bilanz durch höhere risikogewichtete Aktiva (RWA), was mehr Eigenkapital bindet und die Kreditvergabe erschwert. Zudem verursachen sie hohe operative Kosten, da ihr Management umfangreiche IT-Ressourcen, professionelle Forderungsbearbeitung und strikte Compliance nach DSGVO, MaRisk und KWG erfordert. Hohe NPL-Quoten können außerdem das Vertrauen von Investoren schwächen und die Refinanzierungsmöglichkeiten einschränken.

Die versteckten Kosten von NPLs

  • Steigende Kapitalunterlegungspflichten für risikobehaftete Vermögenswerte
  • Wachsende Personalkosten für internes Forderungsmanagement
  • Niedrigere Recovery Rates durch lange Verwertungszeiträume
  • Mögliche Reputationsrisiken durch ineffizientes NPL-Handling

Die zentralen Vorteile eines NPL-Verkaufs

Ein Verkauf von NPLs bietet Banken die Möglichkeit, finanzielle Engpässe zu vermeiden und die Bilanzstruktur nachhaltig zu verbessern. Zudem führt ein erfolgreicher Forderungsverkauf zu einer unmittelbaren Liquiditätssteigerung, da gebundenes Kapital wieder für strategische Investitionen zur Verfügung steht. So können Banken ihre Kreditvergabe ausbauen oder gezielt in Wachstumsbereiche investieren.

Die Vorteile des Forderungsverkaufs im Überblick

Stärkung der Bilanzstruktur

  • Reduktion der risikogewichteten Aktiva (RWA): Da notleidende Kredite mit hohen Risikogewichten belegt sind, belasten sie die Kapitalstruktur erheblich. Ihr Verkauf verbessert unmittelbar die CET1-Quote, was die Kapitalbasis stärkt und regulatorische Anforderungen effizienter erfüllt.
  • Freisetzung liquider Mittel: Kapital, das bisher in offenen Forderungen gebunden war, steht für produktive Investitionen zur Verfügung – sei es für den Ausbau des Kreditgeschäfts oder für strategische Wachstumsprojekte.
  • Verringerung von Loan Loss Provisions (LLPs): Je länger NPLs in der Bilanz verbleiben, desto höher sind die Rückstellungen für Kreditausfälle. Der Verkauf entlastet die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und verbessert die Kapitalallokation.

Erhöhung der Liquidität

  • Bessere Liquiditätsquoten: Durch den Verkauf notleidender Kredite können Banken die Liquidity Coverage Ratio (LCR) und die Net Stable Funding Ratio (NSFR) verbessern. Dies sichert nicht nur die regulatorische Konformität, sondern erhöht auch die finanzielle Stabilität der Bank.
  • Kapital für neues Geschäft freisetzen: Anstatt Kapital in überfällige Kredite zu binden, können Banken ihre Kreditvergabe an solvente Kunden ausbauen, was langfristig die Profitabilität steigert.
  • Finanzielle Flexibilität erhöhen: Mehr Liquidität bedeutet mehr Handlungsspielraum. Banken können gezielt Investitionen tätigen oder auf Marktchancen schneller reagieren.

Risikominimierung 

  • Reputationsrisiken minimieren: Eine hohe NPL-Quote signalisiert dem Markt oft eine instabile Kreditpolitik und kann das Vertrauen von Investoren und Aufsichtsbehörden beeinträchtigen. Durch einen proaktiven Abbau dieser Kredite vermeiden Banken negative Marktreaktionen und verbessern ihre Außenwahrnehmung.
  • Operative Entlastung und Kostensenkung: Das interne Management notleidender Kredite erfordert erhebliche Ressourcen. Der Verkauf an einen spezialisierten Partner reduziert den operativen Aufwand und senkt die Cost-to-Collect.
  • Höhere Recovery Rates durch spezialisierte Käufer: Professionelle Servicing-Partner verfügen über optimierte Prozesse und datengetriebene Strategien, um Forderungen effizienter beizutreiben. Dies führt oft zu höheren Rückgewinnungsraten als bei einer internen Bearbeitung.

Compliance und regulatorische Vorteile 

  • Erfüllung regulatorischer Kapitalanforderungen: Durch den Abbau von NPLs verbessern Banken ihre Common Equity Tier 1 (CET1)-Quote, da weniger risikobehaftetes Kapital in der Bilanz gehalten wird. Dies führt zu einer effizienteren Kapitalallokation und erleichtert die Erfüllung von Basel-III-Vorgaben.
  • Weniger Rückstellungen nach IFRS 9: Banken müssen nach IFRS 9 frühzeitig Wertberichtigungen für risikobehaftete Kredite bilden. Je länger ein Kredit in der Bilanz bleibt, desto höher die Loan Loss Provisions (LLPs). Der Verkauf von NPLs senkt diese Rückstellungen und entlastet die GuV.
  • Stärkere Resilienz gegenüber regulatorischen Änderungen: Regulierungsbehörden fordern zunehmend eine striktere Kontrolle über notleidende Kredite. Banken, die ihre NPL-Quote proaktiv managen, sichern sich eine höhere regulatorische Flexibilität und vermeiden Maßnahmen der Aufsichtsbehörden.

Ein strategischer NPL-Verkauf ist somit nicht nur ein Mittel zur Bilanzoptimierung, sondern auch ein wesentlicher Baustein der Compliance-Strategie.  

 

Erfolgsfaktoren für einen gewinnbringenden NPL-Verkauf

Nicht jeder NPL-Verkauf ist gleich erfolgreich – entscheidend sind die richtige Strategie und die Wahl eines passenden Käufers. Was einen passenden Partner für den Forderungsverkauf ausmacht, erfahren Sie in diesem Insights-Paper.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  • Transparente Portfoliobewertung: Je detaillierter die verfügbaren Daten, desto besser sind die Verkaufsbedingungen.
  • Strukturiertes Verkaufsverfahren: Tender-Prozesse mit mehreren Bietern steigern die Verkaufserlöse.
  • Strategische Partnerschaften: Langfristige Forward-Flow-Vereinbarungen bieten Kontinuität und Planungssicherheit.
  • Optimales Timing: Marktanalysen helfen Banken, angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten den besten Verkaufszeitpunkt zu bestimmen.

Forderungsverkauf: Ein strategisches Instrument

Banken, die ihre Bilanz aktiv steuern und Kapital effizient einsetzen möchten, sollten den Verkauf notleidender Kredite als festen Bestandteil ihrer Finanzstrategie betrachten. 

Wer diesen Prozess strategisch steuert, verhindert den Druck, NPLs unter ungünstigen Bedingungen abstoßen zu müssen, behält die volle Kontrolle über seine Kapitalstrategie und kann auch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens sichern.

 

Handlungsempfehlungen für Banken

Damit der Forderungsverkauf erfolgreich ist, sollten Banken eine strukturierte Vorgehensweise wählen:

Regelmäßige Portfolioanalyse

  • Frühzeitiges Identifizieren von Krediten mit hohem Ausfallrisiko.
  • Laufendes Monitoring zur Bewertung der besten Verkaufszeitpunkte.

Zusammenarbeit mit Treasury und Risiko-Management

  • Entwicklung einer klaren Verkaufsstrategie für NPLs.
  • Abwägung zwischen Einzelverkäufen oder Forward-Flow-Deals für kontinuierliche Kapitalfreisetzung.

Auswahl erfahrener Partner im Forderungsmanagement

  • Sicherstellung von Finanzstabilität und Compliance des Käufers.
  • Partnerschaften mit Käufern, die den gesamten Verkaufsprozess effizient und transparent abwickeln.

Langfristige Strategie statt Ad-hoc-Verkäufe:

  • Regelmäßige Verkäufe statt einmaliger Transaktionen sichern planbare Liquidität.
  • Ein strategischer NPL-Ansatz stärkt die Bilanz und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig.

Werden diese Maßnahmen konsequent umgesetzt, wird der Forderungsverkauf zu einem strategischen Baustein für finanzielle Stabilität – und nicht zu einer reaktiven Maßnahme in Krisenzeiten.

Warum Riverty?

Riverty ist ein zuverlässiger Partner und bietet Banken eine langfristige Lösung für Forderungsmanagement und -verkauf. Mit einem erfahrenen Team und tiefgreifender Expertise stehen wir Ihnen gern zur Seite. Erfahren Sie mehr über unsere Lösungen. 

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Nachhaltiges Forderungsmanagement

Inkasso erfordert Empathie: Wir stellen den Menschen ins Zentrum unserer Strategie und können damit bessere Ergebnisse für alle Beteiligten erzielen.

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